Souverän und gelassen – das wäre schön

Wer wäre nicht gerne souverän und gelassen in jeder Lebenslage? Kennt Ihr das? Da kommt uns einer quer und wir reagieren so emotional, gehen hoch bis unter die Decke, dabei könnten wir demjenigen oft mit Gelassenheit und sachlicher Argumentation ganz einfach den Wind aus den Segeln nehmen. Hinterher fällt uns dann immer ein, welche Reaktion besser gewesen wäre.

Oft aber, wenn wir kritisiert oder geschimpft werden regredieren wir sofort in ein früheres Kinder-Ich und wir reagieren dann auch so wie wir früher, als Kind, reagiert haben. Da nimmt uns einer die Vorfahrt und lacht womöglich noch dabei und schon sind wir wieder 6 Jahre alt und wir benehmen uns wie ein 6-jähriges Kind, dem gerade lachend von einem größeren Kind das Lieblingsspielzeug weggenommen wird. Das ist so ungerecht! Da schreit man und stampft und tobt und die Wut kennt keine Grenzen, wenn jetzt nicht sofort von einem Erwachsenen die Welt wieder in Ordnung gebracht wird. Ein paar Minuten später fragt sich dann das Erwachsene-Ich, was jetzt eigentlich so schlimm war und wir verstehen uns selbst nicht.

Da kommt der Chef oder der Kollege und weist uns auf einen Fehler hin und wir stehen da und würden am liebsten heulen – fühlen uns wie ein kleines Kind, das vom Lehrer oder von einem Elternteil kritisiert wird. Vielleicht fangen wir an uns zu rechtfertigen und eigentlich wissen wir, dass es super cool wäre, einfach zu sagen „Danke für den Hinweis, da muss ich besser aufpassen“.

Wo kommt die Gelassenheit her, die eine erwachsene Reaktion möglich macht? Wenn wir uns vorstellen, dass wir wie diese russischen Holzpuppen sind, dann käme unter jeder Schale ein weiteres „inneres Kind“ (auch ein innerer Jugendlicher oder ein innerer Erwachsener) zum Vorschein. Die Verletzungen, die wir in der Vergangenheit erfahren haben, werden im Alltag getriggert und führen oft zu nicht adäquaten Reaktionen.

Mit der Bereitschaft, unsere inneren Kinder anzusehen, die Verletzungen anzuerkennen („Ja, das war wirklich schlimm und es ist vorbei“) und schließlich den inneren Kindern das zu geben, was sie brauchen, sie zu integrieren, wächst die Fähigkeit zu erwachsenen Reaktionen.

Immer wieder liebevoll anschauen, was da ist – das bringt uns vorwärts und ist so viel netter und wirkungsvoller, als ständig mit unseren Reaktionen zu hadern und uns selbst dafür zu beschimpfen.

Souveränität und Gelassenheit sind da, wo die inneren Kinder gut versorgt sind.

 

 

 

 

Bild: fotolia.com

 

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