Money makes the world go round….

In einer Kolumne der Züricher Zeitung war zu lesen, dass ab einem bestimmten Einkommen für das persönliche Glücksgefühl ein Euro mehr keinen Unterschied macht. Was denkst Du, wieviel müsstest Du jeden Monat verdienen um zu sagen, das reicht – ein Euro mehr macht nicht glücklicher? Wieviel ist also genug?

Dort stand auch, dass die Forschung auf diese Frage eine klare Antwort hat: Bei einem Jahreseinkommen von ca. 50.000 Euro spielt Geld noch eine mäßige Rolle, jenseits von 120.000 EUR schrumpft der Effekt von zusätzlichem Einkommen auf null – und er bleibt bei null, auch wenn die Million erreicht wird. So überraschend ist das nicht. Der Erfinder von Fisherman’s Friends soll ein Übernahme-Angebot abgelehnt haben, mit der Begründung, dass er schließlich auch nur 1 Steak am Tag essen könne und ihn 5 Steaks täglich nicht glücklich machen.

Warum also meinen wir – wider aller wissenschaftlichen Erkenntnis – , dass uns Millionen glücklich machen? Stellen wir uns doch einmal den Tagesablauf eines Milliardärs vor – von früh bis abends, jeden Augenblick: Auch er steht auf, muss Zähne putzen, vielleicht ist er müde nach einer schlaflosen Nacht, vielleicht gab es Streit in der Familie. Auch er hat seine Ängste vor Krankheit, Alter und Tod. Dazu kommt, dass er die Verantwortung für seinen Mitarbeiterstab hat, er muss sich vor den Medien schützen und eine Flut von Bettelbriefen verarbeiten. Das ist der Preis für den Pool im Garten.

1978 haben Forscher die Lebenszufriedenheit von Lottogewinnern untersucht, mit dem Ergebnis, dass sie nach wenigen Monaten schon nicht mehr signifikant glücklicher waren, als vor dem Gewinn.

Der Ökonom Richard Easterlin hat in den 1970ern rausgefunden, dass die Menschen nach dem Krieg nicht weniger glücklich waren, als 1970. Der materielle Fortschritt führte keineswegs zu mehr Zufriedenheit. Das nennt man Easterlin-Paradox: Wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind, führt mehr Wohlstand nicht zu mehr Glück.

Angenommen, wir bauen uns auf einem wundervollen Grundstück ein Traumhaus – mit mindestens 50 qm zu viel für unsere Bedürfnisse. Ein Jahr später wird auf dem Nachbargrundstück ein Haus gebaut, in einer Größe, die unseres wie das Pförtner-Häuschen aussehen lässt. Dann steigt unser Blutdruck und unsere Zufriedenheit sinkt, obwohl wir immer noch in unserem Traumhaus wohnen.

Reichtum ist relativ – nicht nur im Vergleich mit anderen, sondern auch im Vergleich zur eigenen Vergangenheit. Wenn wir heute das doppelte verdienen, wie vor 15 Jahren sind wir glücklicher, als wenn wir heute weniger verdienen als vor 15 Jahren – auch dann, wenn die Summe des Einkommens im zweiten Fall höher wäre.

Also ist Einkommen über der Armutsgrenze in erster Linie eine Frage der Interpretation und das bedeutet, dass wir es in der Hand haben, ob uns Geld glücklich macht, oder nicht.

Laut Züricher Zeitung kann es hilfreich sein, soviel Geld auf der hohen Kante zu haben, dass wir uns erlauben können, objektiv zu sehen und zu denken und evtl. einen Job an den Nagel zu hängen. Dabei gilt: je tiefer die Kosten, desto schneller ist das möglich. Am schönsten ist es, Geld zu haben und kaum welches zu brauchen.

Auch sollte man nicht auf Schwankungen des Einkommens oder Vermögens reagieren. Ob das Portfolio heute um 1 % gestiegen oder gesunken ist, sollte uns nicht kümmern. Das Geld vermehrt sich nicht schneller, wenn wir ständig daran denken.

Und: Vergleich mit den Reichen macht unglücklich. Wenn schon vergleichen, dann mit denen, die weniger haben. Aber noch besser ist, sich mit niemandem zu vergleichen.

Wer steinreich ist, tut gut daran, bescheiden zu leben, denn Reichtum erzeugt Neider. Eine Luxusjacht kann jeder kaufen, der das Geld dazu hat. Keine zu kaufen, obwohl man es könnte, macht Eindruck.

Jenseits der Armutsgrenze, mit einem finanziellen Puffer ist alles eine Frage der Interpretation und es entscheiden andere Faktoren, ob wir ein gutes Leben haben oder nicht – der wahre Erfolg ist ein emotionaler Erfolg.

Reichtum

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