„Du arbeitest mit Hypnose? Kannst Du mir…..

das Rauchen weghypnotisieren – geht das?“ Diese Frage ist mir vertraut und viele Hynose-Therapeuten bieten die Raucherentwöhnung auch an. Ich nicht. Wenn jemand unbedingt eine unterstützende Sitzung wünscht, dann würde ich die nicht verweigern, und doch habe ich meine ganz eigenen Gedanken dazu:

Jeder Raucher weiß doch, dass er sich mit seinem Konsum nichts Gutes tut und sein Hirn sagt ihm, dass es vernünftig wäre, aufzuhören. Das gelingt  dann mehr oder weniger – länger oder kürzer. Und vielleicht liegt es daran, dass der Verstand aufhören möchte, aber der innere Strudelwurm das Rauchen einfach super toll findet, den Genuß liebt und nicht darauf verzichten will. Erfolgreich aufhören setzt, meiner Meinung nach, voraus, dass der Raucher wirklich komplett spürt, dass Aufhören nicht Verzicht, sondern Gewinn bedeutet. Im Kopf wissen wir doch alle, dass das Gegenteil von Sucht Freiheit ist und dass ein rauchfreies Leben gesünder ist…. Fühlen, dass es nicht um Verzicht sondern um Gewinn geht, erst dann kann jemand wirklich von sich sagen „ich will nicht mehr rauchen“ und nur dann kann eine Hypnose unterstützend wirken.

Es ist eine Tatsache, die alle Hypnotherapeuten immer und immer wieder versichern: Niemand kann durch Hypnose dazu gebracht werden, etwas zu tun, was er nicht tun will. Wenn also ein Raucher noch von Verzicht redet, kann ich ihn nicht dazu bringen nicht zu rauchen. Das mit dem Wollen ist eben so eine Sache…… Wir wollen im Gefühl, nicht im Kopf und das Gefühl läßt sich nicht austricksen. Wenn der Wille im Kopf wäre, gäbe es wohl keine Raucher mehr 😉

Und wenn jemand sagt „ich will aufhören zu rauchen“, dann frage ich „wer will das? Der/die Partner/in? Der Arzt? Die Kollegen? Was sagt Ihr Kopf und was meint Ihr Bauch dazu?“ Erstaunlich, was da dann manchmal daher kommt….

Randbemerkung:

Jeder Raucher weiß, dass Rauchen der Gesundheit schadet – steht ja seit vielen Jahren auf jeder Schachtel Zigaretten, auf jedem Päckchen Tabak und unter jeder Werbung. Seit einiger Zeit sind jetzt auch noch schockierende Bilder und Sprüche wie „Rauchen tötet“ oder „Rauchen macht impotent“ zu lesen. Ich habe im Rahmen meiner Ausbildung und auch in meiner Arbeit viel darüber gelernt, wie das Unbewusste funktioniert und finde, dass diese Suggestionen, die ein Raucher tagtäglich vor Augen hat, eine katastrophale Auswirkung auf die Gesundheit haben können. Wir alle wissen, wie eine Überzeugung heilen kann (Placebo-Effekt) – es funktioniert auch umgekehrt. Diese Suggestionen sind meiner Meinung nach Körperverletzung.

Auch das Argument, dass Jugendliche abgeschreckt werden, lasse ich nicht gelten. Die Jugend fand schon immer alles cool, was Erwachsene schockiert oder ekelt und mal ehrlich, mit 13 oder 14 oder 15 hat man (wenn alles einigermaßen gut läuft) noch das ewige Leben, da ist auch ein früher Tod mit 50 oder 60 noch so weit weg und da ist man doch schon uralt. Jugendliche kann man am besten über die Kosten vom Rauchen abhalten. Wenn eine Schachtel 10 EUR kostet, dann ist das für’s Taschengeldkonto extrem schädlich und das wirkt.

Und bevor sich jetzt irgendjemand einen falschen Reim draus macht: Ich rauche seit fast 20 Jahren nicht mehr und es wird mir fast übel, wenn ich mal versehentlich in eine „Rauchwolke“ reinlaufe oder mich in Windrichtung eines Rauchers aufhalte. Ich würde gerne ein Rauchverbot für geschlossene Räume und Autos haben – also ich bin das, was Raucher gerne als militante Ex-Raucher bezeichnen.

 

 

Bild: fotolia.com

 

 

 

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