Heidelbeeren und die große Freiheit

Arbeite, als würdest du das Geld nicht brauchen.
Liebe, als hätte dich nie jemand verletzt.
Tanze, als würde niemand zusehen.
Singe, als würde niemand zuhören.
Lebe, als wäre der Himmel auf Erden.

(Mark Twain)

Mark Twain hat unseren Träumen Worte gegeben. Unseren Wunsch nach Freiheit benannt und ihm einen Namen gegeben. Nach seinem Tod fand man ein paar Seiten mit dem Titel „Das Tagebuch eines Jungen“. „Hatten Heidelbeerkuchen am Abend“, steht irgendwo auf diesen losen Blättern, und aus diesem Heidelbeerkuchen, dem „hooklebeary pie“, wurde Huckleberry Finn.

„Huckleberry war bei allen Müttern herzlich verhasst und gefürchtet, weil er faul war und gesetzlos und ordinär und böse – und weil ihre Kinder ihn bewunderten und seine verbotene Gesellschaft suchten.“ – so steht es in „Tom Sawyer“ – Und  haben wir uns nicht alle irgendwann mal gewünscht ein bisschen so wie Huckleberry zu sein?

Mark Twain hat wiederholt behauptet, Huck nach einem realem Vorbild gestaltet zu haben – nach einem verwahrlosten Jungen aus seiner Kindheit, der es trotz allem zum angesehenen Friedensrichter gebracht habe. Für den ewigen Huckleberry, der lieber für das Richtige zur Hölle fährt, als für das Falsche in den Himmel zu kommen, spielt das keine Rolle. Er bleibt der schönste Traum, den Mark Twain uns jemals geschenkt hat. Denn die Glücklichen unter uns sind wie Tom Sawyer, und kaum einer von uns ist so bedingungslos gut wie Huck Finn.

Auch Tom ist ein Lausbub, von dem wir alle wohl gerne ein bisschen was hätten. Er wird auf so spielerische Art mit seiner Tante Polly und allen anderen Widrigkeiten des Lebens fertig. Erinnert Ihr Euch an die Geschichte mit dem Zaun? Tom sollte an einem sonnigen Nachmittag den Zaun streichen und es dauerte nicht lange, da kamen seine Freunde vorbei und fingen an zu sticheln. Tom machte aus der Strafarbeit etwas ganz besonderes – etwas, das nicht jeder kann – man muss den höchsten Ansprüchen genügen…. Ihr wisst, wie es weiter geht, oder?

Das Tom-Sawyer-Prinzip besagt, dass man dieselbe Sache so oder so sehen kann – und dass viele Nöte allein durch eine Änderung der Sichtweise – durch Umdeutung – verschwinden.

Wie wäre es heute mit einem Wechsel der Perspektive und einem Stück Heidelbeerkuchen ….?

 

 

 

Bild: fotolia.com

 

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