erschüttert

Meine langjährige Freundin nimmt Abschied von ihrem Sohn. Der junge Mann hat beschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen – oder vielleicht dachte er auch wirklich, er könne fliegen.

Kommt mir vor, als wäre es gar nicht so lange her, dass sich der kleine Bub in Endlos-Dauerwiederholung den Video mit Donalds Geburtstagsparty in unserem Wohnzimmer reingezogen hat. Noch so klein und die Bedienung des Video-Recorders war gar kein Problem für ihn. Als es genug war, hat er den Video-Recorder mit Glasmurmeln gefüttert, mit ein wenig Anstrengung haben die in das Kassetten-Fach gepasst….. Er war ein zauberhaftes Kind und später dann ein charmanter junger Mann – offen und interessiert, neugierig auf die Welt und leider auch neugierig auf den Tod – Angst machte der ihm nicht. Angst machten ihm vielleicht seine psychischen Probleme, aber auch das kann man nur vermuten.

Er lässt seine Familie und seine Freunde mit so vielen unbeantworteten Fragen zurück. Sprachlos – fassungslos – erschüttert. Ich möchte für die Freundin da sein und doch kann ich nicht viel mehr für sie tun, als ihre endlose Trauer, ihren Schmerz auszuhalten, ihr den Raum dafür geben – jeder Versuch zu trösten käme mir unangebracht vor. Auch die eigene Hilflosigkeit will ausgehalten werden. So ein Ereignis lässt die Welt still stehen.

Niki ich hoffe, die andere Seite ist noch viel spannender, als Du es Dir vorgestellt hast und ich vertraue darauf, dass es Dir dort gut geht. Ich bin mir sicher, dort kannst Du fliegen.

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