Zuverlässigkeit

Wie wunderbar ist es, wenn man Menschen im Umfeld hat, die zuverlässig sind.

Ich denke, es geht uns allen so, dass wir Menschen, die zu ihrem Wort stehen, gerne um uns haben. Warum gelingt es den einen und warum will es anderen so gar nicht gelingen, zuverlässig zu sein? So manche Freundschaft ist schon daran zerbrochen, dass ein Teil, genau dann, wenn es besonders wichtig gewesen wäre, nicht zuverlässig war. Eigentlich schade, denn auch Zuverlässigkeit ist eine Frage der Selbstfürsorge.

Es ist auch hier wichtig, dass man sich gut selbst einschätzen kann und die eigenen Grenzen respektiert. Denn wenn ich meine Grenzen respektiere, dann verplane ich mich selbst auch nur so, wie es für mich in Ordnung ist. Die Gefahr, dass mir alles über den Kopf wächst ist dann deutlich geringer. Wenn ich jeden Tag zehn Termine vereinbare, obwohl ich weiß, dass eigentlich nur fünf Termine in dem Bereich sind, der für mich auch auf Dauer gut machbar ist und ich nicht überfordert bin, dann werde ich nach kurzer Zeit schon immer mehr Termine kurzfristig absagen müssen, weil „ich es einfach nicht mehr schaffe“.

Wenn ich weiß, dass fünf Termine genug sind, dann kann ich in dringenden Fällen sogar noch einen sechsten Termin einschieben, weil das ja „mal“ ganz gut geht.

Heute zu sagen, „tut mir leid, nächste Woche habe ich keine Zeit“, wird niemanden verletzen oder vor den Kopf stoßen. Kurzfristige Absagen können im Leben der Mitmenschen Chaos verursachen, weil diese evtl. kurzfristig eine andere Lösung suchen müssen und sie können verletzen, weil sie als Signal für „der Termin mit Dir ist nicht so wichtig, wie die anderen Termine“ wahrgenommen werden. Und wer ist schon gerne unwichtig.

Manche Menschen sagen erstmal alles zu, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen und das geht dann oft auf Kosten des Umfelds, das sich ja auf die Zusagen verlässt.

Auch wenn ich verspreche, etwas für jemanden zu erledigen, muss ich das verantwortungsvoll einplanen, damit es nicht untergeht. Denn wenn es untergeht, fühlt sich der/die andere eben auch wieder unwichtig. Das Signal ist dann „alles andere war heute wichtiger“.

Wir alle lieben Zuverlässigkeit und wir alle sollten uns immer wieder überlegen, wie wir so gut für uns selbst sorgen können, dass wir zuverlässig sein können. Das bedeutet vielleicht auch manchmal, auf ein Projekt zu verzichten, aber langfristig ist das immer ein Gewinn. Denn wenn man nicht auf allen Hochzeiten tanzen muss, kann man die, auf denen man tanzt auch genießen.

So werden wir auch immer Verständnis bekommen und haben, wenn mal etwas wirklich Unvorhersehbares dazwischen kommt.

Wenn man sich nicht verlassen kann, fühlt man sich verlassen. Das gilt für alle Menschen. Mit Selbstliebe und Selbstachtung kommen wir auch zu einem schöneren Miteinander.

 

 

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