So waren die „Familienbande“

Am Wochenende hatten wir unseren Aufstellungstag und es war ein unglaublich intensiver Tag mit vielen lichtvollen Momenten, mit einzigartigen Menschen – wieder war deutlich zu spüren: Aufstellungsarbeit ist Friedensarbeit. Wir waren dieses Mal eine kleine, fast familiäre Runde – auch sehr schön und es sollte wohl so sein.

Eine sehr spannende und sehr aufs Wesentliche reduzierte Aufstellung möchte ich hier kurz beschreiben:

Die Klientin hatte mehrere körperliche Symptome. Wir haben eine Stellvertreterin für die Klientin und eine für die Symptomatik benannt. Die Stellvertreterin für die Klientin stand äußerst unsicher, sie hatte den Eindruck, dass es sie zurückzieht. Die Symptomatik fand ihren Platz hinter der Klientin, legte die Hände auf die Schulterblätter und stabilisierte die Klientin auf diese Art.

Die Frage, was die Symptomatik der Klientin sagen möchte, stand im Raum. Die Symptomatik sagte zur Klientin „lass los“ und die Klientin ließ los und lehnte sich an die Symptomatik an. Jetzt war sie sicher und stabil. Die Symptomatik war schützend und sehr wohlwollend gegenüber der Klientin.

Es kam eine Stellvertreterin für das „zukünftige Leben“ – gestützt durch die Symptomatik konnte die Klientin sich dieser zuwenden und dem zukünftigen Leben die Hände reichen. Damit war die Symptomatik überflüssig, sie entfernte sich und ging schließlich ganz. Im Schlussbild hielt die Klientin ihr zukünftiges Leben mit beiden Händen.

Hier hat sich etwas Wichtiges auf sehr schöne Art gezeigt: Wenn wir im Frieden sind, mit dem was war – mit unserer Biografie, mit unseren Eltern, mit denen, die uns weh getan haben und mit denen, die uns gut getan haben – darin einsinken können und so den Widerstand dagegen loslassen können, dann sind wir nicht mehr Opfer der Umstände und in der Lage, dass was noch kommt anzunehmen.

Wir müssen nicht alles verstehen, wir müssen nicht alles gutheißen und schon gleich gar nicht einfach vergessen. Annehmen und loslassen – uns in die Vergangenheit einsinken lassen und sie akzeptieren. Die Summe aus allem hat uns zu dem gemacht, was wir sind.

Und wir sind gut so, so wie wir sind. Wäre nicht alles so, wie es ist, wären wir nicht wir. Wir sind die beste Ausgabe von uns selbst, die es geben kann.

Seid nett zu Euch!

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s