Testen Sie (bloß nicht) Ihren Berufstyp

Oh – da habe ich jetzt was Spannendes gefunden – ich liebe Psychotests und nachdem ich mir so gut wie nie eine Frauenzeitschrift kaufe, begegnen sie mir leider nicht so oft. Also die, die ich in meiner Praxis habe, um herauszufinden wie nahe jemand dem Burnout ist oder was die größten Stressoren sind, mal ausgenommen.

Aber hier kann ich testen, welcher Berufstyp ich bin. Ganz kostenlos, auf der Seite einer „Academy“. Ich fang damit gleich mal an:

In der ersten Frage geht es um größere Herausforderungen und das ist leicht, die Antwort, mit Verstärkung an die Aufgabe heranzugehen, gefällt mir am besten.

In der 2. Frage soll ich sagen, ob ich alles hinterfrage, bevor ich es „richtig verstanden“ habe. Meine Antwort wäre „nein, ich frage nur nach, wenn ich was nicht richtig verstehe. Wenn ich sofort verstehe, frage ich nicht nach.“ Aber meine Antwort gibt es da nicht. Da wäre jetzt die Antwort, dass ich impulsiv bin und mich aus dem Bauch heraus entscheide. Aha. Was hat das jetzt mit dem „Verständnis“ zu tun?  Ich könnte auch einfach zugeben, dass ich ständig alles hinterfrage, das also viel zu viel mache – ich finde aber nicht, dass ich so bin. Die dritte Möglichkeit nehme ich. „Kommt schon mal vor, aber eigentlich nicht so häufig. Ich höre da eher auf meine Intuition“. Ich möchte nachhaken, weil ich ja bei Entscheidungen auf meine Intuition höre, aber das hat doch nichts damit zu tun, ob ich was richtig verstanden habe. Also ich möchte schon hinterfragen und dann treffe ich meine Entscheidung aus dem Bauch heraus: „DIESER TEST IST FRAGWÜRDIG“

Ich mache aber weiter, möchte ihm noch eine Chance geben. Jetzt will er also wissen, ob ich den Drang habe, die Zeitung zu lesen oder Nachrichten zu sehen, obwohl es zeitintensiv ist. Nein, den Drang habe ich nicht. Ich höre die Nachrichten und Berichte im Radio und das reicht mir. Ah, gut – diese Möglichkeit gibt es gar nicht. Ich kann mich entscheiden, ob ich

– lesen komplett vermeide und nur auf mein Smartphone schaue (nur die Bilder 😉)

– sofort, wenn ich heimkomme die Zeitung lese

– Gerne mit meiner Familie im Fernsehen die Nachrichten schaue (alleine gilt nicht 😉)

Oder

– Wirtschaftsnachrichten reizen mich besonders, mindestens einmal am Tag schau ich nach den  Aktienkursen

Sorry, da finde ich mich nicht wieder. Es folgen noch ca. 10 weitere Fragen, bei denen die Antworten ähnlich absurd sind und ich frage mich, wer sowas ernst nimmt? Ich kämpfe mich durch alle Fragen, klicke schließlich blind, weil es ja egal ist und dann kommt endlich das Ergebnis:

„Gratuliere! Du bist Berufstyp C“

Wenn ich wissen möchte, was das für mich bedeutet und wie ich (natürlich mit Hilfe der Academy) meine Persönlichkeit stärken kann, dann muss ich mich registrieren und erhalte eine mail. Aha. Das möchte ich nun aber doch nicht. Obwohl der Mensch, der mit diesem Test in den sozialen Medien für seine Academy wirbt, bekannt ist aus ZDF, SAT1 und STERN.

Der Test mit allen dummen Antworten ärgert mich und er kommt zusammen mit dem Herausgeber und seiner TschackaTschacka-Academy in ein schwarzes Tütchen und das wird heute Abend in den Eimer mit den Hundetütchen entsorgt.

Wie gut, dass das sonntägliche Boule-Spiel im Hofgarten, meine Freunde und die Sonne dafür sorgen, dass mein rosa Tütchen gut gefüllt wird. (rosa und schwarze Tütchen)

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