Meine Gedanken zu Weihnachten

Die Christen feiern die Geburt von Jesus und damit, nach Ostern, das zweithöchste Fest in der christlichen Welt. Eine Geburt ist immer ein Grund zu feiern. Das Wunder der Geburt macht die meisten Menschen demütig – unabhängig von Glauben und Religion. Da eine zentrale Lehre des christlichen Glaubens die Nächstenliebe ist, ist Weihnachten natürlich das Fest der Liebe. Und wir drücken unsere Liebe auch, aber nicht nur in Geschenken aus.

So ist Weihnachten für den Handel das höchste Fest, dicht gefolgt von Ostern. Ein Konsum-Fest, das bisweilen in eine Schlacht ausartet.

Für viele ist Weihnachten inzwischen mehr ein kulturelles und weniger ein religiöses Fest.

Dieser besondere Geburtstag, der Ehrentag von Jesus, der eigentlich unbekannt ist, wurde auf den 25. Dezember festgelegt. Sicher kein Zufall, denn schon die Perser, die Römer, die Kelten und Germanen haben die Winter-Sonnwende gefeiert. Die Zeit, in der das Licht den Sieg über die Dunkelheit erringt und die Tage wieder länger werden. Jesus hat, wenn man der Bibel glaubt, gesagt „ich bin das Licht“, daher war es naheliegend, die Feier seiner Geburt in den Dezember zu legen.

Unabhängig von Glaube und Religion ist es schön, sich an Weihnachten, wenn man es vielleicht gemütlich hat, zusammen sitzt bei Tee und Plätzchen, Gedanken zu machen, über den Ursprung dieses Festes und einen Blick auf die Werte, die wir damit verbinden, zu werfen.

Jesus hat gelehrt „liebe Deinen nächsten, wie Dich selbst“. Der Gedanke der Nächstenliebe ist so verbreitet, dass sich an Weihnachten die Konten der Hilfsorganisationen, die Dosen der Bettler füllen. Wir haben, getragen von der frohen Botschaft (und unzähligen Weihnachtsfilmen), das Bedürfnis zu schenken, zu geben. Auch denen, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen.

Für diejenigen, die mit der Weihnachtsgeschichte etwas anfangen können und vor allem für diejenigen, denen die „christliche Leitkultur“ so wichtig ist, sei mir noch ein Hinweis erlaubt: Die Hirten, die zu Jesus kamen, weil sie gehört hatten, dass der Messias geboren sei, waren ungebetene Gäste – sie waren nicht eingeladen. Und die Heiligen Drei Könige waren nicht nur ungebeten, sondern auch noch aus fernen Ländern und doch waren sowohl die Hirten, als auch die Könige willkommen.

Die meisten von uns können mit dem Begriff „Nächstenliebe“ etwas anfangen, wenngleich auch die Interpretationen bisweilen unterschiedlich sind.

Aber wie sieht es denn aus mit „….wie Dich selbst“. Wie ist es denn um unsere Selbstliebe bestellt? Würden wir für uns, wenn wir denn an Weihnachten alleine wären, die Wohnung weihnachtlich schmücken, Kerzen anzünden, ein schönes Essen zaubern, alleine ein Lied singen und uns vielleicht sogar selbst ein Geschenk machen? So als wären wir selbst der wichtigste Mensch in unserem Leben. Achten wir darauf, dass wir uns nicht zu viel zumuten, uns nicht überfordern, sind wir verständnisvoll und wertschätzend uns selbst gegenüber?

Die Voraussetzung dafür, dass man sich geliebt und angenommen fühlt, ist, dass man sich selbst liebt und annimmt – mit allem was ist und was war und was da noch sein wird.

Ich wünsche Euch allen frohe, besinnliche Weihnachtstage – im Kreis Eurer Lieben und vielleicht auch mit ungebetenen und doch wilkommenen Gästen oder auch alleine – wo auch immer Ihr seid.

 

 

 

Bild: pngall.com

 

 

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