Die Angst ist eine Freundin und will uns beschützen……

Angst ist eigentlich ein urmenschliches Gefühl, das unser Leben retten kann. Angst bewahrt uns davor, Dummheiten zu machen und auszuprobieren, ob beim Sprung vom Hochhaus ein Regenschirm ausreicht und Angst sorgt dafür, dass wir, wenn wir in Gefahr sind, zu Höchstleistungen fähig sind. Alles was im Körper geschieht bereitet die möglichen Reaktionen vor: Kampf, Flucht oder Erstarren (=Tot stellen). Angst ist enorm wichtig.

Was aber, wenn wir aus dieser „Hab-Acht“-Situation nicht mehr rauskommen? Wenn ein sehr schlimmes Ereignis dazu geführt hat, dass die Seele sagt: „Das darf nie nie wieder passieren!“ und die Angst zu mächtig wird?

Dann befindet man sich permanent im Beobachtungsmodus. Ständig hält man Ausschau nach Anzeichen für die Katastrophe. Der Körper bereitet sich permanent auf lebensrettende Höchstleistungen vor (Adrenalin-Ausschüttung, erhöhte Atem- und Herzfrequenz, Anspannung der Muskeln usw.) und ist kaum in der Lage, sich um seine „normalen“ Funktionen zu kümmern.  Mit der zunehmenden Erkenntnis, dass wir nicht immer alles und jeden im Auge behalten können, steigt dann Panik auf. Die Panik wird als lebensbedrohlich erlebt und es kommt die Angst vor der Angst noch oben drauf. Es ist noch weniger möglich, alles zu kontrollieren und alle angstauslösenden Situationen zu vermeiden, alles wird noch viel schlimmer.

Es ist wichtig, das zu verstehen, um den Kreis der Angst zu durchbrechen. Wenn die Angst kommt, können wir entscheiden: Freund oder Feind? Gegen einen Feind muss man kämpfen, wenn das nicht geht muss man fliehen und wenn das nicht geht, sich tot stellen. Einen Freund hingegen umarme ich und heiße ihn willkommen. Bedanke mich, dass er mich schützen möchte und erkläre, dass das im Moment nicht notwendig ist, weil ich erwachsen bin und die Situation im Griff habe.

Oft ist das zugrundeliegende Ereignis in der Kindheit. Für ein Kleinkind ist es z.B. lebensbedrohlich, wenn es verlassen wird, wenn sich keiner kümmert. Dann beschließt die Seele, gut aufzupassen, damit das nicht nochmal erlebt werden muss. Erwachsen, wissen wir nicht mehr warum, aber wir sind ständig auf der Hut. Und wir wissen oft auch gar nicht mehr wovor und deshalb ist alles gefährlich.

In einer Therapie könnte das Kind in uns lernen, dass das erwachsene Ich da ist, dass es in Sicherheit ist. Geschützt durch die Tatsache, dass wir damals überlebt haben und jetzt erwachsen sind.  Und für einen Erwachsenen ist es zwar nicht schön, wenn er verlassen wird, aber das Leben ist normalerweise dadurch nicht bedroht.

Fakten zum Thema Angst

Naturheilkunde kann helfen

 

 

 

Bild: fotolia.com

2 Kommentare

  1. Liebe Doris
    Danke für deinen Text.
    Gds. Schon. Nur leben in schwer traumatisierten Menschen hunderte von schreienden Babys…nicht ein inneres Kind….und bevor es drum geht zu lernen dem Kind zu sagen dass quasi hier und heute alles im Lot ist….muss es zuerst in Sicherheit gebracht werden…und das „Problem “ ist dass diese „Rettungsaktion“ zum „deja vu“ wird….du bringst eines in Sicherheit, löst sogar bestensfalls die „fehl“programmierung….doch beim nächsten mal taucht das nächste kind aus der Versenkung….
    Das mit der Angst und schwerst traumatisierten ist eben leider nicht so „einfach“….

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    1. Liebe Anja,
      ja, Du hast recht. Der Text ist nur bedingt für schwerst- oder komplextraumatisierte Menschen. Ich denke Traumata sollten mit einer entsprechenden Therapie bearbeitet werden. Und ja, das sind dann oft sehr viele innere Kinder, die nach Rettung schreien. Ich wollte keinesfalls Traumata verharmlosen, eher etwas zum Verständnis der Angst beitragen. Eben weil ich so oft höre, dass Menschen „gegen die Angst kämpfen“, ist es mir ein Anliegen, dass sie verstehen, dass die Angst eine schützende Funktion hat und wir ihr besser mit liebevollem Annehmen begegnen.

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